Dr. phil. Marshall B. Rosenberg

Bild Rosenberg Marshall B. Rosenberg, geboren am 6. Oktober 1934 in Canton, Ohio, USA, beschäftigten seit seiner Kindheit zwei wesentliche Fragestellungen: Wenn wir Menschen doch so viel Freude am einfühlsamen Geben und Nehmen haben, was geschieht genau, wenn wir die Verbindung zu unserer einfühlsamen Natur verlieren und uns schließlich gewalttätig und ausbeuterisch verhalten?
Und umgekehrt, was macht es manchen Menschen möglich, selbst unter grauenvollen und gewalttätigen Gegebenheiten einfühlsam zu sein?

„Gewalt in jeglicher Form ist ein tragischer Ausdruck unserer unerfüllten Bedürfnisse.“

Marshall B. Rosenberg

Aus den Antworten, die er auf diese beiden Fragen fand, entwickelte Marshall Rosenberg über viele Jahre hinweg die Gewaltfreie Kommunikation, eine andere Art des Denkens, Sprechens und des Gebrauchs von Macht. Sie unterscheidet sich maßgeblich von der herkömmlichen Art zu kommunizieren und zu interagieren.
Beeinflusst wurde seine Arbeit u. a. von den Erkenntnissen seines Lehrers Carl Rogers (Humanistische Psychologie) aus der klientenzentrierten Gesprächstherapie und den Überlegungen Gandhis zur Gewaltfreiheit. Viele Aspekte, die für die GFK von Bedeutung sind, „hat er von Buddha geklaut“, wie er es selbst formuliert.


„Es ist eine Kommunikation, die uns mit Menschen auf eine Art und Weise verbindet, dass es Freude macht, einander das Leben schöner zu machen und es ist eine Kommunikation, die solche Menschen nicht unterstützt, die einander verletzen möchten. Sie verbindet die Menschen so miteinander, dass es Ihnen leicht fällt, den anderen zu beschenken, freiwillig das Leben des anderen
zu bereichern und jedweden Konflikt, der entsteht, zu lösen, ohne irgendwelche Gewalt zu gebrauchen.“

Marshall B. Rosenberg

1984 gründete er das „Center for Nonviolent Communication NVC“ in Sherman, Texas und war viele Jahre als international anerkannter Konfliktmediator tätig. Im Laufe der Jahre hat Marshall Rosenberg in mehr als 60 Ländern Trainings gegeben, Vorträge gehalten, in Krisen- und Kriegsgebieten vermittelt (z.B. in Israel, Palästina, Ruanda und Kroatien) und mit verschiedensten Gruppen im Erziehungsbereich, der Wirtschaft, dem Gesundheitswesen, mit Juristen, Militärs, Gefangenen, Polizisten, Kirchenver-tretern, Regierungsmitgliedern und Einzelfamilien gearbeitet.

Die Gewaltfreie Kommunikation wird seit fast 30 Jahren von Menschen in fast allen Lebensbereichen praktiziert und von zahlreichen TrainerInnen weltweit weiterge-geben. 2001-2010 war Marshall Rosenberg Mitglied des Ehrenschutzkomitees der Internationalen Koordination für die Dekade für eine Kultur des Friedens und der Gewaltfreiheit für die Kinder unserer Erde. Er hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht den Prozess der Gewaltfreien Kommunikation zu verbreiten und so zu den Bestrebungen um Frieden und Versöhnung in kriegsgeplagten Gebieten beizutragen und um Zwietracht zu heilen, Beziehungen zu verbessern und das Verhalten in praktisch allen Bereichen der zwischenmenschlichen Aktivitäten aufzuwerten, einschließlich der Schulen, Betriebe, Gefängnisse, Krankenhäuser, Regierungen, Polizei, Straßenbanden, Militärangehörigen, Aktivisten, Eltern, Kinder und Paare.